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14.06.2022 09:48 Alter: 177 days

Distriktkonferenz in der Gempt-Halle in Lengerich

Alexander Schröder-Frerkes aus dem RC Düsseldorf-Pempelfort ist der neue Governor im Distrikt 1870.


Rotary soll das Handwerk in den Blick nehmen

Alexander Schröder-Frerkes aus dem RC Düsseldorf-Pempelfort ist der neue Governor im Distrikt 1870. In der Gempt-Halle in Lengerich übergab ihm Willi Witt (RC Tecklenburger Land) nach zweijähriger Amtszeit die Kette des Governors.

„Wie kann man denn so verrückt sein, Governor zu werden?". Seine Frage, die er sich als „Rotarierer von Herzen“ früher gestellt hat, kann sich Alexander Schröder-Frerkes aus dem RC Düsseldorf-Pempelfort in den nächsten Monaten nun selbst beantworten. In der Gempt-Halle in Lengerich übergab ihm Willi Witt nach zweijähriger Amtszeit die Kette des Governors und damit auch die Aufgabe, den Distrikt 1870 mit seinen 81 Clubs zu führen. Als seine persönlichen Schwerpunkte für sein Jahr kündigte Alexander Schröder-Frerkes an, sich dem Thema Fetales Alkoholsyndrom (FAS) widmen zu wollen. 15.000 neugeborene Kinder seien jährlich davon betroffen, oft, weil Schwangere wie Ärzte nicht genug informiert sind, wie gefährlich auch nur das eine Glas Sekt für die Babys sein kann. Mit Blick auf den Ukraine-Krieg gelte es, einen langen Atem zu haben und zu helfen, wenn bei anderen die erste Kriegsmüdigkeit zu spüren ist. „Rotary ist da, wenn die anderen weg sind", so der neue Governor. Verstärkt möchte er auch dafür werben, bei der Suche nach neuen Mitglieder die vielen engagierten und erfolgreichen Handwerker in den Blick zu nehmen. Und gemeinsam mit der Stafette, also seinen beiden Nachfolgern für die nächsten Jahre, kündigte er an, Willi Witts Engagement in Sachen Agroforestry fortzusetzen. Zudem griff er den Hinweis von Wilma Hein auf, die daran erinnerte, dass sie bisher als einzige Frau im Distrikt das Amt wahrgenommen hat. Auf dieses Alleinstellungsmerkmal könne sie gern verzichten. Alexander Schröder-Frerkes versprach, für die nächste Stafette werde es mindestens einen weiblichen Vorschlag für das Governor-Amt geben.

Was sich hinter Agroforestry verbirgt, hatte zuvor Franziska Kaeguembéga-Müller den Rotariern und ihren Gästen berichtet. Seit 2003 engagiert die Schweizerin sich in Burkina Faso, einem der ärmsten Länder der Welt. Aus drei Mitstreitern sind 70 geworden und sie konnte einige Erfolge vorstellen, wie man mit kleinen Maßnahmen und Anleitung zur Selbsthilfe auch auf kargen Steinböden erfolgreich und nachhaltig arbeiten kann. Gut 60.000 Euro hat Willi Witt mit Hilfe von 30 Clubs schon für das Projekt eingesammelt, als Start wurde bereit sein Global-Grant über 50.000 Euro umgesetzt. „Es lohnt sich, weiterzumachen und mehr als nur ein Projekt anzuregen", warb Witt für die Fortsetzung.

Zu Beginn der Veranstaltung schlug Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe einen großen Bogen vom Westfälischen Frieden bis zum Krieg in der Ukraine. In Osnabrück und Münster sei mit den fünf Jahre dauernden Verhandlungen die Basis gelegt worden, Friedenslösungen im Dialog zu finden. Ein Prinzip (Westphalian Peace), das Politiker wie Henry Kissinger oder Frank-Walter Steinmeier weiterverfolgt hätten. Im Kern gehe es darum, die Würde des anderen zu beachten und sich in die Lage des Gesprächspartners hineinzuversetzen. Ein Prinzip, das Lewe, selber auch Rotarier, bei Rotary ebenfalls verankert sieht. Anja Karlicek, frühere Bundesministerin für Bildung und Forschung im Kabinett Merkel und Mitglied in Witts Heimatclub Tecklenburger Land, berichtete aus den aktuellen Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und Grünen in Düsseldorf. Bei dieser „Liebe auf Zeit“ wolle man, das sei ihr besonders wichtig, Politik für Stadt und Land machen.

Willi Witt hielt nach einigen Ehrungen vor der Amtsübergabe noch kurz Rückschau auf seine zweite Amtszeit. 35.000 Kilometer quer durch Land zu fahren sei eine Herausforderung gewesen, habe ihm aber viel Spaß gemacht. Er lobte die großartigen Leistungen der Clubs und stellte angesichts der von Corona, der Flutkatastrophe und nun durch den Krieg geprägten Zeit fest, dass Rotary entgegen aller Vorurteile unwahrscheinlich beweglich sei. Besonders hob er die Neugründungen der Clubs in Senden und Münster-Aasee hervor. Sein Dank galt auch seinem Club für die Unterstützung und für die Ausrichtung der Distriktkonferenz.

Für den musikalischen Rahmen sorgten Eicke von der Leyen und Ralf Junghöfer. Gemeinsam waren die beiden Musiker noch nie zuvor aufgetreten, was man ihrer tollen Performance aber nicht anmerkte.